Krippe unterm Zirkuszelt

Weihnachtsgottesdienst des Dresdner Stadtjugendpfarramts im Zirkus Busch-Roland

Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages konnte Zirkusdirektor Filip Geier-Busch einmal selbst entspannt im Rang seines Zirkus’ Busch-Roland Platz nehmen. In der Manege standen an diesem Vormittag zwei andere: Beate Tschöpe und Peter Otto vom Dresdner Stadtjugendpfarramt. Zum vierten Mal hatten Stadtjugendpfarramt und Zirkus zum Weihnachtsgottesdienst unter das Zeltdach an der Dresdner Marienbrücke eingeladen. Ein Gottesdienst, der wie eine Zirkusvorstellung sich vor allem an Familien wandte. Dabei wurden zwei Welten miteinander verknüpft – die der besinnlichen Andacht und die der mitreißenden Show.

Maria und Josef bekamen dabei zunächst eine Nebenrolle. Sie standen unbeweglich wie Skulpturen am linken Rand der Manege. In der Rolle des Künstlers, der sie erschaffen hatte, erklärte Stadtjugendpfarrer Georg Zimmermann dazu: »Ich wollte die Krippe endlich mal aus der Nippes-Ecke herausholen und ihr ein neues Format geben: in Lebensgröße«.

Die Putzfrau Helga neben ihm rückte das Krippenbild nach ihrer eigenen Vorstellung noch etwas gerade und drückte der Joseffigur dann das Kind in die Arme. Auf diese Weise arrangierten Künstler und Putzfrau nach und nach Könige und Hirten zur lebensgroßen Krippe, um sich letztendlich selbst als verkleideter Ochs und Esel dazu zu hocken. Das Kunstwerk war vollbracht.

Peter Otto verglich in seiner Verkündigung das fertige Bild mit einem Familienfoto und fragte, wie und wo die Menschen heute zur Krippe stehen. »Wollen wir uns mit Maria und Josef ganz nah beim Kind sehen, das in der Nacht auch mal laut schreit? Oder lieber etwas weiter abseits bei den armen Hirten? Oder bei den wohlhabenden Königen?«, so seine Fragen. »Wir müssen uns dazu verhalten, egal wo wir stehen. Das kann in jeder Lebensphase woanders sein. Manchmal sind uns eben der sture Ochse oder der störrische Esel am nächsten«, sagte er. Tiere gehörten schließlich auch zum Krippenbild.

Die echten Tiere kamen zwischen den Einzelszenen dieses Krippenspiels auch vor: dressierte Siam-Katzen und Rhesusaffen. Und natürlich spielten einige Artisten des Zirkus beim Gottesdienst ihre Rolle und führten ihre Kunststücke mit Ringtrapez auf. Dazu sang das Publikum »Freu’ dich Erd’ und Zirkuszelt«, begleitet von der Radebeuler Band »Signs of Life«.

Am Ende kamen Kinder und Eltern in die Mitte der Manege und stellten sich zum lebendigen Krippenbild.

 

Bericht: Maxie Thielemann, für „Der Sonntag“

Bildergalerie

  • Moderation (Georg zimmermann und Peter Otto) Moderation (Georg zimmermann und Peter Otto)

  • Zirkusartistik Zirkusartistik

  • Artistik mit Lichteffekten Artistik mit Lichteffekten

  • Anspiel (Künstler und Putzfrau) Anspiel (Künstler und Putzfrau)

  • Katzendressur Katzendressur

  • Aufbau der lebensgroßen Krippe Aufbau der lebensgroßen Krippe

  • Die fertige Krippenszene Die fertige Krippenszene

  • Diaboloshow Diaboloshow

  • Kinder in der Manege Kinder in der Manege